Bis 1888 besuchten die Schüler aus Klein Düben die Schule in Gablenz. Klein Düben gehörte zum Kirchenspiel Gablenz. In den folgenden Jahren, bis zum Frühjahr 1908, war Jämlitz Schulhort. Die Gemeinden Klein Düben und Tschernitz hatten sich zwischenzeitlich auf einen gemeinsamen Schulverband geeinigt. Dieser Entschluß führte dazu, daß ab dem 01. April 1908 Klein Dübener Kinder nach Tschernitz in die Schule gingen. Das Grundgehalt des Rektors war inzwischen auf 1100 Mark im Jahr erhöht worden.
Strom kam nach Tschernitz
Im Herbst 1909 wurde für 1600 Mark von der Elektrischen Zentrale in Dubraucke eine Stromleitung nach Tschernitz verlegt. Diese diente vorerst nur zur Straßenbeleuchtung und ersetzte die bisher üblichen Petroleumlampen, die auch weiterhin Licht für die Wohnungen spenden mussten.
So wie auch bis 2003 noch war damals die Schule kultureller Mittelpunkt des Ortes. Familienabende, gestaltet von Schülern und Lehrern, waren sehr beliebt und wurden jährlich durchgeführt. Unter der vom ehemaligen Rektor Kühne gepflanzten Eiche wurde am 2.September 1910 die feierliche Weihe eines vom Veteranen- und Kriegsverein den in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen Kämpfer gewidmeten Gedenksteines vollzogen.
Bis 1914 war die Schülerzahl auf 336 angestiegen, fünf Lehrer unterrichteten in sechs Klassen. Die Sommerferien wurden im Kreis Sorau auf 21 Tage festgelegt. Tschernitz und unter anderem auch Döbern erhielten dagegen 30 Tage, dafür fielen die Herbstferien entsprechend kürzer aus.
Im selben jahr ging in Deutschland eine lange Friedensperiode zu Ende: Am 1. August 1914 wurde die Mobilmachung angeordnet, am 3.August erklärte Deutschland Frankreich den Krieg. Es wurde ein opferreicher. Der Lehrer Max Wegener fiel mit nur 27 Jahren am 26. Juli 1916 in Frankreich. Bis 1945 erinnerte eine Gedenktafel in der Schule an ihn. So wie er fielen viele ehemalige Schüler an den Fronten im Westen und Osten.
Zuzug aus dem Osten
Durch Zuzüge aus anderen Gegenden Deutschlands hatte sich die Zahl der Kinder mit, katholischem Glauben erhöht. So kam es, daß am 1. April 1921 der katholische Lehrer Max Florian eingestellt wurde. Unter der Leitung von Rektor Karl Knaack unterrichteten die Lehrer Florian, Valentin und Gebert sowie die Fräulein Mertzsch und Knaack. Letztere war wohl auch die erste Lehrerin in Tschernitz überhaupt.
Bürgermeister Nousch und die Gemeindevertretung faßten schon 1920 den Beschluß zum Bau einer neuen Schule.
100.000 Mark waren dafür vorgesehen. Doch die Inflation verzögerte den Baubeginn. Am 15. Oktober 1928 war es dann endlich soweit: Die "gelbe Schule", wie sie fortan genannt wurde, konnte eingeweiht werden. Zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen hatten in ihr Platz.
Rektor Knaack ging nach 30 Dienstjahren an der hiesigen Schule 1.April 1934 in den Ruhestand. Neuer Schulleiter wurde Max Treppe.