Die Tschernitzer Schule kurzer Überblick:
nach dem 30- jährigen Krieg waren die Schulen meist in einem sehr schlechten Zustand . Man nahm zu Lehrern Schneider, Schmiede ausgediente Soldaten, Gemeindehirten; denn der Lohn war so gering, daß keiner davon Leben konnte, sondern durch seine Hände Arbeit sich das nötigste dazu verschaffen mußte.
Das Schulhaus enthielt meist nur 2 Räume, einen Schlafraum und einen Arbeitsraum. Im letzteren saß der Lehrer mit seiner Schneider oder Schusterarbeit beschäftigt und unterrichtete nebenbei die Kinder, d.h. er sagte ihnen in wandischer Sprache den Katechismus vor. Dieser war in des Dorfes Dialekt übersetzt oder er sagte auch Fragestücke, Gebete, Lieder und der gleichen solange her, bis die Kinder es auswendig nachsprechen konnten. Verstand der Schulmeister etwas mehr, so erläuterte er einiges, aber das war selten.
Nach der Reformation, 1530, hatte jeder nach Gutdünken geschrieben, wie die alten geschriebenen Gesangsbücher in den Kirchen, der wendische Katechismus des Wenzelaus Wachidius und Georg Martinis 7 Buspsalmen zeigen. Der eine schrieb in deutschen der andere in lateinischen Buchstaben ; einige richteten sich nach der polnischen andere nach der böhmischen Schreibart . Übrigen war der Dialekt so verschieden, daß man nicht eine Meile gehen konnte, ohne daß eine andere Aussprache herrschte.
1670 erschien das erste wendische A B C -Buch; wahrscheinlich herausgegeben von Michael Frenzel, Pfarrer zu Postwitz. Doch in Eichwege, dem Pfarramt Tschernitz ging man bald dazu über in deutscher Sprache zu unterrichten selbst nach dem Katechismus und hielten an Gründonnerstagen in der Kirche ein Examen , an dessen Schluß den Kindern Brezeln ausgeteilt wurden, wie ein vermerk im Kirchenrechnungsbuch von 1676 zeigt.
1689 wurden die Katechismusunterweisung unter dem Einfluß Speners in Dresden allgemein eingeführt und auch die Erwachsenen allmählig hinzugezogen. Vielfach haben dann die Pfarrer den Schulmeister des Ortes Anleitung gegeben. Seit 1672 haben in Eichwege die Lehrer zugleich das Küsteramt verwaltet, bzw. waren später auch als Kantor tätig. 1813 berief die Patronin von Eichwege Gräfin von Oertzen, einen neuen Lehrer ins Schulamt. Die Schulraumverhältnisse waren noch immer primitiv .
1827 wurde das Schulhaus in Eichwege umgebaut und 1843 untermauert und vergrößert.
1863 war die Zahl die Schulkinder auf 244 angstiegen; davon 72 aus Eichwege, 85 aus Tschernitz, 34 aus Wolfshain und 53 aus Friedrichshain. Diese übergroße Anzahl Kinder für einen Lehrer führte 1867 dazu, daß Tschernitz und Friedrichshain eigene Schulen bauten und je einen Lehrer angestellten. 1870 wurde auch in Eichwege ein neues Schulhaus gebaut. Die Zahl der Schulkinder war mit Wolfhain zusammen wieder auf 150 gestiegen, darunter 20 nur ungarisch sprechende Glasmacherkinder. So wurde 1897 ein 2. Lehrer angestellt, der 1902 nach Wolfshain ging, als auch dort ein Schulhaus gebaut war.