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Überblick
Das Jahr 1870 ging in die Geschichte ein. Der deutsch-französische Krieg begann, Schliemann entdeckte Troja, in Tschernitz absolvierten schulflichtige Kinder die erste Unterrichtsstunde. Bis zum 23.April 1870 besuchten Tschernitzer Kinder die Schule in Dubraucke (Eichwege jetzt Ortsteil von Döbern). Fast 12 km galt es täglich zurückzulegen, natürlich zu Fuß. Zur Freude der Kinder fiel in den nächsten 8 Tagen der Unterricht aus. Die königliche Regierung hatte vorher ihre Ausschulung aus der Dubraucker Schule genehmigt. Am 3.Mai 1870 begann in den frühen Nachmittagsstunden in einem von der Gemeinde angemieteten Raum der Unterricht. Vermieter des Hauses war ein Günther Ernst König. Das die Schule nachmittags durchgeführt werden mußte, hatte einen besonderen Grund. Bis zum 30.September 1870 kam der Lehrer Waurischke täglich aus Dubraucke nach Tschernitz, also zur zweiten Schicht. Am 1.Oktober des gleichen Jahres jedoch wurde die hiesige Lehrstelle dem Lehrer Queckenstedtinerimistisch übertragen, dieser wurde schon ein knappes Jahr später aus dem Schuldienst entlassen. Am 21.August 1872 begann die erfolgreiche und lange Tätigkeit des Lehrers Ernst Traugott Kühne in Tschernitz. Im April 1872 übernahm der Baron Killisch von Horn das Rittergut im Ort. Im gleichen Jahr gewährte er der Gemeinde, die auch damals schon Geldsorgen hatte, einen zinslosen Kredit von 1000 Talern. Nun konnten Vorbereitungen für den Neubau einer Schule getroffen werden. Am 4.August 1872 erfolgte die Grundsteinlegung, genau ein Jahr später konnte der Pastor Göhsgen die feierliche Einweihung vollziehen. Schon einen Tag später, am 5.August 1873, begann der regulräre Schulbetrieb. Der bereits erwähnte deutsch-französische Krieg löste in Deutschland eine Welle nationaler Begeisterung aus, die noch lange anhalten sollte. Am Sedatag wurden fortan Schulfäste gefeiert. Dieser TAG sollte an die Entscheidungsschlacht bei Sedan am 2.September1870 erinnern nach der Napoleon in Gefangenschaft geriet. Zum Schulfest 1873 schenkte der Inpektor der hiesigen Glashütte der Schule 100 Trinkgläser. Ostern 1872 gab es in Tschernitz 103 schulflichtige Kinder , 1883 waren es schon 157 bei etwa 650 Einwohnern. Die Kinder wurden in diesem Jahr in zwei Klassen von einem Lehrer unterrichtet. Schulinspektor in dieser Zeit war Pastor Gösgen aus Dubraucke, als Schulvorsteher fungierten gemeinsam der Bürgermeister Nousch und der Gärtner Gottlob Noack. Der Rektor Kühne ließ es sich nicht nehmen, am 22.März 1882 zum 85. Geburtstag des Kaisers eine Eiche zu pflanzen, diese steht heute noch umrahmt von Linden, an der Cottbuser Strasse.Herr Kühne setzte sich damit wohl selbst ein Denkmal. Ab dem 1.April 1889 unterrichtete als 2. Lehrer ein Gustaw Piesnack die hiesigen Schüler, der Unterricht erfolgte inzwischen in drei Klassen. ![]() |