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Amt Döbern Land
Forster Str. 8, 03159
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Ehemaliger BND-Chef wegen Spionageverdacht festgenommen
August Hanning war von 1998 bis 2005 Chef des Bundesnachrichtendienstes in Deutschland. Nun wurde er offenbar wegen des Verdachts der Spionage festgenommen.
Darum gehts
•
Der ehemalige deutsche Geheimdienstchef August Hanning steht unter Spionageverdacht.
•
Hanning führte den BND von 1998 bis 2005.
•
Laut «Bild» wurde Hanning festgenommen – weitere Details sind noch ausstehend.
Die Generalbundesanwaltschaft hat August Hanning in seinem Haus in Nordwalde festgenommen. Der Chef des Bundesnachrichtendienstes in
den Jahren 1998 bis 2005 wird der Spionage verdächtigt. Die Vorwürfe lauten gemäss Mitteilung auf mutmassliche landesverräterische
Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrat und Spionage.
Die Festnahme erfolgte am Dienstagmorgen aufgrund von Haftbefehlen gegen Hanning sowie Manfred D., damaliger Büroleiter von Hanning.
«Vermutlich im Frühjahr 2010 vereinbarten die Beschuldigten miteinander, dass Manfred D. dem Beschuldigten Hanning gegen Entgelt
fortlaufend wertvolle Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes besorgen sollte», schreibt der Generalbundesanwalt. Dies, damit Hanning
die Informationen danach für private Beratertätigkeiten nutzen konnte.
2000 Dokumente betroffen
In einem Fall soll Hanning anhand der Informationen für den Mitarbeiter «eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates» eine Analyse
erstellt haben. Ob diese auch tatsächlich den Adressaten erreicht, ist bisher unklar. Zudem soll der 80-Jährige «in einem intensiven Austausch mit einem
Angehörigen eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes» gestanden haben. Diesen soll er über mehrere Jahre hinweg mit politischen Informationen, zum
Teil auch basierend auf Material, das er von Manfred D. erhalten hatte, versorgt haben.
Der Generalbundesanwalt geht davon aus, dass dem Ex-BND-Chef bis Juni 2022 ungefähr 2000 Dokumente zugestellt wurden. Viele der Dokumente seien
als «Verschlusssache» eingestuft worden. «Es diente zur Unterrichtung und Vorbereitung der Behördenleitung, insbesondere für die sogenannte
nachrichtendienstliche Lagebesprechung.» Hierbei handelt es sich um eine regelmäßige Zusammenkunft von Spitzenbeamten der Bundesressorts und
verschiedener deutscher Sicherheitsbehörden im Bundeskanzleramt.
Affäre flog wegen Block-Entführung auf
Den beiden Tatverdächtigen kam man offenbar während der Ermittlungen zu den Block-Entführungen auf die Spur. Hanning und ein pensionierter Beamter
des Landeskriminalamtes Hamburg sollen als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag zur Kindesentziehung von Block angenommen
haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt. Bei der Auswertung von Beweisstücken aus Hannings Haus stiessen die Ermittler auf die
strengvertraulichen Daten.
Die Beschuldigten werden heute und morgen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Dieser wird ihnen die Haftbefehle verkünden und
über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Hanning hat Finanzprobleme
Laut der «Bild» geriet der 80-jährige Hanning wegen seiner Tätigkeit
als Aufsichtsrat für eine Bank im Baltikum in eine finanzielle
Notlage. Seine Pension wurde demnach seit Jahren gepfändet. Ein
Oligarch soll die Bank ausgenommen und in den Bankrott
geführt haben. Die Aufsichtsräte wurden in Haftung genommen,
darunter auch Hanning. Ob die jetzt erhobenen
Spionagevorwürfe im Zusammenhang mit diesen Vorfällen stehen, ist
noch unklar.