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Die Sorbische Kultur in der Lausitz

Zweisprachige Schilder sind charakteristisch für die Lausitz
Seit über 1000 Jahren leben die Sorben in der Lausitz. Nach einem kurzen Streifzug durch die sorbische Geschichte in Brandenburg/Sachsen, skizziert ein Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Domowina die Arbeit der sorbischen Interessenvertretung und die Bedeutung der Sprache, der Sitten und Gebräuche für das Selbstverständnis der Sorben. Einblicke in die traditionsreiche sorbische Kultur vermitteln die Besuche der sorbischen Theater, der sorbischen Teste, der Museen von Cottbus, Baut:en und Schleife und Gedanken zur sorbischen Literatur.
Die zweisprachigen Ortsschilder südöstlich von Berlin geben der Region einen eigentümlichen Reiz. Cottbus: Chosebuz, Guben: Gubin, Forst: Barsc, Spremberg: Grodk, Weißwasser: Bela Woda, Hoyerswerda: Wojerecy - mehr als 50 Orte in der Lausitz gehören zum zweisprachigen Gebiet. Man hat Deutschland zwar nicht verlassen, aber man fühlt sich beim ersten Besuch schon etwas an Polen oder Tschechien erinnert. Lausitz - auf sorbisch Luzyca - bedeutet so viel wie ,,Sumpfland". Sorbisch gehört zur Familie der westslawischen Sprachen und ist hier offizielle Amtssprache. Dabei steht der niedersorbische Dialekt dem Polnischen näher, der obersorbische dem Tschechischen. Die Sorben sind neben der dänischen Minderheit, den Friesen und den Sinti und Roma eine der vier in Deutschland als nationale Minderheiten anerkannten Volksgruppen.
Die Geschichte der heute in der Nieder- und Oberlausitz lebenden sorbischen Bevölkerung (geschätzt auf 60 000 ) lässt sich bis in das 6.17. Jahrhundert zurückverfolgen. Slawische Stämme siedelten sich in den weitgehend leeren Räumen zwischen Ostsee und Saale an, die Sorben vor allem im Raum zwischen Saale und Neiße. Der damalige Stammesverband gab den Namen für die heutigen Sorben, eines der kleinsten Völker Europas. Im Deutschen wurden später alle Slawen, die in den Räumen des späteren Ost- und Mitteldeutschlands und der Alpen siedelten, auch als Wenden bezeichnet. Heute werden beide Begriffe verwendet.
Auch nach ihrer endgültigen politischen Unterwerfung und Christianisierung um 968 haben die Sorben ihre kulturelle Identität häufig im Widerstreit mit der deutschen Bevölkerungsmehrheit, staatlichen und kirchlichen Institutionen bewahren müssen. Es gab immer wieder Zeiten der massiven wirtschaftlichen und politischen Benachteiligung und Unterdrückung, auch über das Bildungssystem oder die Gewerbeordnungen. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich die Sorben in der von Böhmen, Sachsen und Preußen regierten Nieder- und Oberlausitz trotz ständiger Grenzänderungen ihre Identität weitgehend bewahren konnten. Wesentliche Gründe dafür waren wohl der relativ hohe sorbische Bevölkerungsanteil in diesen Gebieten und die mit der Reformation im 16. Jahrhundert einsetzende Herausbildung der eigenen sorbischen Schriftsprachen Obersorbisch und Niedersorbisch. Der Bedeutungszuwachs der Predigt und des Gemeindegesangs in der reformierten Kirche erhöhten das Gewicht der Volkssprache. Jetzt wurde das Sorbische auch geschrieben und wurden erste religiöse Schriften verfasst. Seit dem 18. Jahrhundert liegen Bibel und Gesangbuch in beiden sorbischen Schriftsprachen vor.

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BEDEUTENDE LAUSITZER HABEN EINEN RUNDEN GEBURTSTAG
in diesem Jahr:
-Christian Weise 370 Jahre alt;
-Bartholomäus Ziegenbalg 330 Jahre alt;
-Johann Gottlieb Fichte 250 Jahre alt;
-Kola Awgust 190 Jahre alt;

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich die beiden sorbischen Schriftsprachen endgültig durchgesetzt: für die Oberlausitz das Obersorbische auf der Grundlage des um Bautzen gesprochenen Dialekts und in der Niederlausitz das Niedersorbische auf der Grundlage des Cottbusser Dialekts. Hervorzuheben ist die im Vergleich mit der katholischen Oberlausitz weitaus geringere Sprachverbreitung in den eher protestantisch geprägten niedersorbischen Siedlungsgebieten. Im preußischen Teil der Niederlausitz gab es im Rahmen einer zielgerichteten Germanisierung zahlreiche Verbote und Einschränkungen des Gebrauchs der niedersorbischen Muttersprache durch Kirche und Staat. So wurde z.B. ab 1728 von den Predigern der Niederlausitz verlangt, zum heiligen Abendmahl keine Kinder mehr ohne ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zuzulassen. Allein im 17. und 18. Jahrhundert fielen der Eindeutschungspolitik in der Niederlausitz fast 300 Dörfer zum Opfer.